Um 8 ab 8 geht der Zug ab Berlin Hauptbahnhof. Wir steigen lieber am Ostbahnhof zu. Das scheint uns passender. Es geht in den Osten. Und der Hauptbahnhof ist das Gegenteil von Osten. Der Hauptbahnhof ist Kapitalismus und Konsum - eine private Öffentlichkeit, vielgeschossig, dezentralisiert und asymmetrisch wie das Internetz.
Wir steigen in den grauen Zug.
Eine Frau mit zwei kleinen Töchtern ist schon in unserem Abteil. Es scheint uns doch arg eng mit den vier Betten. Die Frau spricht kein Englisch und kaum Deutsch. Sie hängt unsere Jacken über hölzerne Kleiderbügel. Abgesehen von den Kleiderbügeln ist der Zug modern, schlicht und eben recht eng. Es stellt sich dann heraus, dass die Frau mit den Kleinen im Falschen Wagen war und sie ziehen um. Ein bisschen bin ich traurig, weil ich gerade anfing, mich mit den zwei Mädchen zu unterhalten. Wäre sicher super gewesen zum ein bisschen Russisch lernen. Der Zugbegleiter ist freundlich, und fragt, ob wir das erste mal mit diesem Zug Fahren und ob wir Fragen haben. Aber wir haben keine.
Nach einer halben Stunde Fahrt sind wir schon in Frankfurt an der Oder und also an der polnischen Grenze. Irgendwo vor Warschau legen wir uns schlafen.
Am Morgen hält der Zug in Brest an der Weissrussischen Grenze. Diverse Beamte schauen sich unsere Pässe an. Da Yuri ein halber Japaner ist, will einer von ihm wissen, ob er in China war, das würden sie nicht gut finden. Da wir kein Russisch sprechen langweilen sie sich die Beamten aber zum Glück bald. Ich steige kurz aus. Es ist kalt und nass und extrem sauber und hat, ausser unserem Zug und ein paar Menschen, die aussteigen um zu rauchen, nichts. Eine Frau möchte mir eine Tüte saure Gurken für einen Euro verkaufen. Aber ich habe keinen Euro in der Jackentasche.
Drinnen machen wir uns Tee, es gibt heisses Wasser in jedem Wagen. Die Landschaft zeiht vorbei, oder wie sagt man? Sie ist karg und flach.